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Ist dein Pferd emotional bereit für einen Trainingsplan – und bist du es auch?

Autorenbild: Anja Merk
Anja Merk
18. Aug.
6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. Sept.


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In diesem Beitrag bekommst du keinen fertigen Trainingsplan. Doch hier bekommst du etwas, was kaum berücksichtigt wird und dabei so wichtig für eure vertrauensvolle Verbindung ist: Einblicke in die psychische Komponente eures Trainings.


Ein Trainingsplan beantwortet normalerweise Fragen wie: Was trainieren wir? Wie oft? Wie lange? Mit welchem Ziel? Aber eine Frage bleibt erstaunlich häufig außen vor: In welchem emotionalen Zustand befinden sich eigentlich die beiden, die diesen Plan miteinander umsetzen sollen?


Warum ist das so wichtig? Weil die emotionale Seite, egal was du mit deinem Pferd tun möchtest, immer euer Fundament ist. Und dieses Fundament entscheidet mittel- und langfristig darüber, welche Qualität eure Beziehung haben wird. Einfach einer Vorgabe zu vertrauen, könnte dabei nicht der beste Weg sein.


Und das hat mehrere Gründe:

  • Ich muss berücksichtigen, was mein Pferd während des Trainings wahrnimmt! Und dabei geht es nicht darum, ob es begreift, was seine Aufgabe ist und auch nicht, ob du an der richtigen Position stehst oder die richtige Körperhaltung einnimmst. Es geht um den emotionalen Informationsaustausch zwischen Pferd und seinem Besitzer. Und dieser Informationsaustausch besteht auch, wenn du das Training an einen Trainer abgibst! 

  • Welche emotionale Energie hat überhaupt dein Trainingsplan und was braucht dein Pferd, um diesen anerkennen zu können?


Was nimmt dein Pferd hauptsächlich während eines Trainings wahr und was nicht?


Pferde haben keine Gedankenwelt. Deshalb werden sie deine Gedankenwelt auch nicht teilen können. Wenn du denkst: Ich muss doch mein Pferd bewegen, damit es gesund bleibt. Wenn ich es nicht bewege und trainiere, dann kann das furchtbare Konsequenzen haben. Und dann bin ich daran schuld, dass es meinem Pferd nicht gut geht. Vielleicht hast du auch noch nie tiefer darüber nachgedacht: man macht das eben so. Es gehört eben dazu, wenn man ein Pferd hat. 


Egal, wie es bei dir ist: Dein Pferd hat kein Verständnis für diese Gedanken. Es nimmt zwar wahr, dass du etwas von ihm möchtest, aber deine Absicht ist nicht Teil eurer gemeinsamen Kommunikation. Wenn du dich also nur darauf berufst, gibt es von Natur aus einen Gap in eurer Kommunikation. Denn du kannst deinem Pferd deine gut gemeinten rationalen Gründe nicht übermitteln. Deine Gründe, die für deine Entscheidung so maßgeblich sind, stehen dem Pferd als Information nicht zur Verfügung. Was dazu führt – und das kennst du ganz sicher –, dass sich die Idee und das Gefühl einstellen: Die Entscheidung liegt allein bei dir, weil du die Verantwortung hast. Und vielleicht weißt du ganz genau, wie einsam sich das manchmal anfühlen kann.


Doch dein hochintelligentes Pferd nimmt Informationen wahr, die für seine Entscheidungen relevant sind und seine Handlungen beeinflussen werden. Diese Informationen, die ich dir gleich erläutern werde, sind für den Menschen grundsätzlich wahrnehmbar. Der Mensch kann in Erfahrung bringen, was die Handlung aus der Sicht seines Pferdes bestimmt, wenn er es wissen möchte. Aber es ist für uns ausgesprochen ungewohnt. Und gleichzeitig ist es der Schlüssel zu eurer Kommunikation.


Jede Handlung kommt überhaupt erst in Erscheinung, wird also ausgeführt, weil sich dahinter eine emotionale Motivation befindet. Wenn jedes Tier einen Gedanken bräuchte, um zu handeln, würde es keine Tiere geben. Also ist der Gedanke bei Tieren nicht der motivierende Punkt, um ins Tun zu kommen. Sondern es ist die emotionale Energie dahinter. Und diese emotionale Energie bildet die Grundlage jeder Handlung, und zwar jeder Handlung deines Pferdes. 


Möchtest du mehr über das Verhältnis von Instinkt und Emotionen bei Pferden wissen, dann lies auch: Pferdepsychologie - was bringt mein Pferd in Bewegung


Wenn mein Pferd auf emotionale Informationen reagiert und nicht auf meine Gedankenwelt – welche emotionale Information bekommt es dann von mir während unseres Trainings?


Dein Pferd nimmt als Information nicht deine rationale Absicht wahr, sondern DEINE emotionale Motivation. Und ich möchte dir versichern, dein Pferd hört dir zu! Dein Pferd richtet seine Aufmerksamkeit ganz selbstverständlich auf deine emotionale Motivation. Sie ist eine relevante Information, weil dein Pferd ein Herdentier ist und die emotionale Information des anderen in die eigene Orientierung einbezieht. Sie wird maßgeblich mit darüber entscheiden, welche Handlung dein Pferd wählt.


Wie findest du deine wahre emotionale Motivation heraus, die dein Pferd ganz offen erkennen kann?


Nehmen wir an, deine rationale Absicht ist: Ich möchte trainieren, damit mein Pferd gesund bleibt. Es muss sich ausreichend bewegen, damit es keinen Schaden nimmt. Und nun fühle ganz ehrlich in dich hinein. Lass deine gut gemeinte Absicht hinter dir: Welches zugrunde liegende Gefühl kannst du erkennen? 


Wenn das schwierig für dich ist, frage dich zusätzlich: Welche Gefühle löst der Gedanke in mir aus, einen Trainingsplan für mein Pferd zu erstellen?


Was passiert gerade bei dir? Die erste Frage geht schon tief: Was liegt emotional unter meiner gut gemeinten rationalen Begründung? Das ist die Ebene, die dein Pferd wahrnimmt.


Und die zweite Frage macht es konkret: Was geschieht emotional in mir, wenn ich an diese Handlung denke? Das ist die Orientierung für dein Pferd, ob diese Handlung sinnvoll ist oder nicht.


Du informierst dein Pferd durch deine emotionale Motivation über die Bedeutung deiner Handlungsaufforderung. Und da reicht es einfach nicht, eine gute Absicht zu haben, weil ich mein Pferd lieb habe. Gute Absicht und die tatsächlich übermittelte emotionale Information können zwei verschiedene Dinge sein.


Vielleicht hast du bei den Fragen Enge, Druck, Unsicherheit gespürt. Das ist vielleicht auch der Grund, warum du es gern einem Trainer überlassen möchtest. Doch du hast eine Beziehung zu deinem Pferd, nicht dein Trainer. Und dein Pferd wird immer deine Informationen für sich verwerten, weil du Teil seiner Herde bist! Eine Motivation, die aus der Idee entstanden ist, dass in Zukunft etwas schief gehen könnte, wenn ich nicht dies oder jenes tue, ist immer eine Mangel-Information für dein Pferd. Und Pferde möchten keiner Mangel-Information folgen.


Was braucht dein Pferd, um dein Trainingsangebot anerkennen zu können?

In der Psychologie unterscheiden wir zwischen intrinsischer Motivation und extrinsischer Motivation. Intrinsische Motivation ist der innere Antrieb, bei dem Freude und Neugier die Grundlage für eine Aufgabe oder Tätigkeit bilden. Doch diese Art von Motivation bei deinem Pferd hängt stark von deiner Motivation ab. Wenn du dich grundsätzlich für Freude und Neugier als alltägliche Lebensenergie entschieden hast, kann dein Pferd diese Information verarbeiten und sich in dieser Freude und Neugier mit dir verbinden. Das ist für dein Pferd eine lohnende Orientierung.


Möchtest du mehr über den Blick deines Pferdes in dein Inneres wissen, dann lies auch: Pferdepsychologie - die tiefe Wahrnehmung der Pferde auf Emotionen


Jede Handlung kann dann intrinsisch motiviert sein, einfach weil dem Handlungsangebot eine emotionale Energie unterlegt ist, die dein Pferd für nützlich einstuft. Sich gut zu fühlen, Spaß zu haben, wird zum erlebbaren Wert der Handlung. Ob dann ein TrainingsPLAN noch der richtige Weg für euch ist, darfst du dir selbst beantworten.


Ist dies nicht gegeben, so kann das Training in eine extrinsische Motivation kippen, wie es leider so oft der Fall ist. Es braucht Motivation von außen, meist durch Druck, Durchsetzung, Dominanz oder Überzeugung durch Belohnung. Der Trainingsplan wird ein Abarbeiten, in dem man seine eigene Gefühlswelt außen vorlässt und dasselbe von seinem Pferd verlangt.


Erlaube dir, euch beide von der Freude führen zu lassen!


Je tiefer du dich selbst erkennst, umso mehr wirst du feststellen, dass es deinem Pferd nicht um die Tagesform geht, sondern um dein gesamtes Lebensgefühl. Ja, deinem Pferd geht es um dein Lebensgefühl. Und ob es sich verweigert oder still mitträgt, es möchte dir etwas zeigen, was dein Leben verbessern soll. Dein Pferd ist immer für dich! Entscheide dich, ebenfalls für dich zu sein, dich ehrlich zu fühlen, und dein Pferd wird dir zeigen, dass du auf dem richtigen Weg bist.


Zur Autorin

Anja Merk

Energetischer Coach · Pferdepsychologie · Pferd-Mensch-Kommunikation


Anja Merk ist Coach mit Expertise in Pferdepsychologie und psychologischer Pferd-Mensch-Kommunikation. Ihre fachliche Grundlage bilden Ausbildungen in Psychotherapie, ressourcen- und lösungsorientiertem Coaching sowie QuantenKinesiologie.

Sie entwickelte die Prozessbegleitende Quantenheilung für Pferd und Mensch. Bei dieser Methode werden Verhaltensveränderungen des Pferdes und der Beziehungsaufbau zwischen Mensch und Pferd allein durch innere Arbeit und Wahrnehmungsveränderungen des Menschen erreicht. Seit mehreren Jahren bildet sie Coaches in diesem Ansatz aus.

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die wahrnehmbare emotionale Kommunikation zwischen Pferd und Mensch und das Verständnis der dahinterliegenden Gesetzmäßigkeiten.

Sie entwickelt eine alternative Psychologie auf Grundlage von Erkenntnissen über Emotionale Intelligenz und leitet eine Gruppe von Coaches, die unter ihrer Supervision nach diesem Ansatz arbeitet. Im Zentrum ihrer eigenen Forschungsarbeit stehen die Emotionale Intelligenz des Pferdes und ihre Wechselwirkung mit dem Menschen


 
 
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Anja Merk
Herausgeberin

Coach für Prozessbegleitende Quantenheilung Mensch & Pferd

​

​Pferdepsychologie

 

Pferd-Mensch-Kommunikation

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